TRANSPARENZ - VERANTWORTUNG -Wir für KW e.V.
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Rede zur Beisetzung von Dr. Siegfrid Brückner

Liebe Christel, liebe Familie Brückner, sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Trauergemeinde,

 

So unterschiedlich unserer Erinnerungen an Doktor Siegfried Brückner sind, es gibt etwas, was wir alle gemeinsam haben:

Jetzt, da Siegfried nicht mehr unter uns ist, werden wir zu Zeugen seiner Zeit. Wir werden von nun an immer wieder mit der Frage konfrontiert sein: Wer war er? Wie war er?

 

Das ist das Los aller Hinterbliebenen. Und manchmal findet man im Erzählen auch etwas Trost. Die Antworten auf unsere Fragen allerdings werden so verschieden sein, wie sie nur sein können.

 

Wenn ich an Doktor Siegfried Brückner denke, dann fallen mir viele Erlebnisse ein, die sich mit ihm verbinden.

Sein bewegtes, an Ereignissen überreiches Leben und seine politische Haltung, seine Treue zu seinen Überzeugungen und sein Vermögen aus der Vergangenheit Lehren zu ziehen, diese Haltungen zeichnen den Sozialisten in Siegfried Brückner aus.

Er gehörte zur Generation die im Krieg geboren wurde, die das Elend und den Schrecken sah und die dadurch für ihr Leben geprägt wurden.

 

Die Schrecken des Krieges waren seine Motivation, die junge DDR als Staat des Friedens und sozialer Gerechtigkeit mit zu gestalten, sie zu verteidigen und sie nach außen zu vertreten. Diese Haltung trug ihn bis zu seinem letzten Atemzug.

 

Wir trafen uns wieder beim Bundestagswahlkampf 2008. Er sprach mich an und wir stellten fest, dass wir uns aus alten Zeiten in Düsseldorf und Essen kannten. Es begann eine intensive politische Zusammenarbeit, die bis zum 21. Dezember 2016 hielt. Eine Nachricht - das letzte Wort an mich und die besten Grüße ........ so verabschiedete er sich von mir.

 

Zur Erinnerung:

Als die Beziehungen auch zwischen den beiden deutschen Staaten an einem Tiefpunkt angelangt waren und die ständige Konfrontation zu immer unsicheren Zeiten führte, besannen sich Ende der 1960er Jahre die UdSSR die USA und begannen Abrüstungsverhandlungen. Es war die Zeit, in der Willy Brandt 1968 in Warschau ein Zeichen der Versöhnung fand und zwischen Bonn und Berlin zaghafte Kontakte geknüpft und ausgebaut wurden. Wer miteinander Handel treibt, der wird nicht so schnell Krieg anfangen, schien die Prämisse zu sein. Doktor Siegfried Brückners Aufgabe war in diesen Tagen, als es noch keine diplomatische Beziehung gab, als Außenhändler die Interessen der DDR zu vertreten. Damals übrigens sehr vielfältige Interessen, auch die diplomatischen. Es gab ja noch keine ständigen Vertretungen der beiden deutschen Staaten in ihren Hauptstädten.

Natürlich gehörte damals dazu immer auch das o. k. aus Moskau.

 

Siegfrieds Arbeit war stets mehr als ein Drahtseilakt und wurde bei all seinen Erfolgen stets auch mit Argwohn durch die  begleitet, die ihn entsandt hatten. Seine Kontaktfreudigkeit, seine ehrliche, verlässliche und weltgewandte Art haben ihm den Respekt und die Wertschätzung seiner Partner verschafft und manche Türen geöffnet. Seine Liebe zu seiner Frau und ihren gemeinsamen Kindern und auch seine Freude am Genuss motivierten ihn sein Leben lang.

 

Siegfried traf in dieser Zeit auch Berthold Beitz , der per Handschlag von Alfred Krupp zum Generalbevollmächtigten seiner Firma Krupp Stahl gemacht wurde. Zu diesen Stahlmagnaten des deutschen Montankapitals hatte er einen engen und belastbaren Kontakt aufgebaut, der zu einem regelrechten Wandel in Bezug auf die Einordnung der deutschen Großindustrie führte. Stahl, Blech und Werkzeugmaschinen wurden erfolgreich und viele Jahre über den Tisch von Siegfried gehandelt und – für die Öffentlichkeit - so mancher Hirsch von Beitz und Honecker geschossen.

 

Und nicht zuletzt sein Meisterstück. Die Lieferung einiger tausend VW Golf ohne direkte Zahlung in die DDR. Er erzählte mir vor einer Begegnungen Wolfsburg, vor einigen Jahren in dem der Vertreter von Volkswagen sich bei Siegfried ganz persönlich bedankte. Keine Provisionen oder Geschenke waren der Lohn für Siegfrieds Arbeit, den bekam er wie alle anderen monatlich vom zuständigen Außenhandelsbetrieb der DDR.

 

Was brauchte VW damals aus der DDR, um eine Lieferung im Wert von 80 Million DM zu kompensieren? Bleche, Kfz-Elektrik? Die Idee, die den Deal perfekt machte, kam von Siegfried. Ein Planetarium von Carl Zeiss Jena, weltweit das modernste seiner Art und rechnergestützt wurde der VW-Stiftung angeboten und die „Ehe“ war komplett. Einige tausend VW Golf in vier Trendfarben verließen Stück für Stück Wolfsburg in Richtung DDR.

 

Eine weitere wichtige Initiative, aus der Geschichte der zwei deutschen Staaten, ist mit Siegfrieds Namen untrennbar verbunden. Der Westen, manche sagen auch Franz-Josef Strauß, griff der DDR Anfang der 1980er Jahre mit einem Milliardenkredit unter die Arme - so etwas war davor undenkbar. Siegfrieds Anteil an der Vorbereitung und der Verhandlung des Milliardenkredits ist bis heute offiziell nicht erwähnt; doch war er es, der die ersten Kontakte zu Strauß, immerhin das damals personifizierte Böse, herstellte und damit Alexander Schalck überhaupt erst die Möglichkeiten für Verhandlungen einräumte. In einem Bundestags- Untersuchungsausschuss wird Dr. Siegfried Brückners Leistung aktenkundig erwähnt.

 

Der Anteil von Siegfried Brückner an der Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen ist bisher nie ausreichend und öffentlich gewürdigt worden und ist doch seine menschlich größte Leistung.

 

Als politischer Wegbegleiter, Ratgeber und unruhiger, vorantreibender Partner wird Siegfried mir und vielen von uns fehlen. Gemeinsam brachten wir mit einigen Gleich- gesinnten die Stiftung Funkerberg wieder ins rechte Fahrwasser. Jahrelang war er Mitglied unseres Kuratoriums in der Stiftung, seine Gabe, unermüdlich Ideen zu produzieren und zu versuchen, sie zu realisieren. Er übernahm, damals mit Anfang 70, gewohnt erfolgreich einige Jahre die Geschäftsführung des Senders KW (heute Hit Radio SKW) der unter seiner Leitung erst zu einem regional attraktiven und angesehenen Medium wurde.

 

Sein Engagement für die Königs Wusterhausen war vielfältig und hat Spuren hinterlassen, die bleiben werden. Mit großer Geduld, auch manchmal mit der ihm eigenen Durchsetzungskraft, setzt er sich für sein Umfeld ein. Vor einigen Monaten übernahm Siegfried eine Aufgabe im Vorstand von Wir für KW. Er setzte sich intensiv für seinen Ortsteil Senzig ein. Wir für KW und die Stiftung Funkerberg werden sein Andenken in Ehren halten.

 

Wir spüren sein Fehlen. Dass er nicht mehr da ist, nicht mehr nach politisch interessanten Zusammenhängen und Hintergründen fragen wird, nicht mehr seine Ideen präsentieren, nicht mehr poltert oder lobt, nicht mehr seine Stimme erhebt.

Info Blätter

Mitgliederbrief Nr. 3 2018
Wem gehört die Stadt?
Nowitschok-Hysterie
Mitgliederbrief_wir für kw_16.04.2018 Ko[...]
PDF-Dokument [3.7 MB]
Mitgliederbrief Nr.2 2018
- Wir waren im Fernsehen - rbb nichts neues
- Stipendium für Auszubildende des Erzieherberufs und Stärkung der frühkindlichen Bildung und weitere Beiträge
Mitgliederbrief_Zeitung_ wir für kw_14.0[...]
PDF-Dokument [487.6 KB]
Mitgliederbrief 01/2018
Neues aus der Stadt KW, aus der Sicht von Wir für KW
Mitgliederbrief_wir für kw_23.01.2018.pd[...]
PDF-Dokument [3.1 MB]
Vertrag SPD und Wir für Kw Fraktionsgemeinschaft
Vertrag_SPD-WfKW_FINAL.pdf
PDF-Dokument [201.1 KB]
250 Tage bis zur Bürgermeister Wahl in KW was zu tun bleibt
aufruf 250Tage K1 21.03.2017.pdf
PDF-Dokument [93.8 KB]
Kreisgebitsreform
Kreisgebitsrefom.pdf
PDF-Dokument [3.7 MB]

Neues aus der Stadt KW!

 

Sport frei! – Der Jugendsportpark mit Calisthenics-Anlage im Neubaugebiet wird zur Nutzung freigegeben.

 Als runder Abschluss der Bauarbeiten wird die Einweihung der Anlage im Beisein von Vertretern der bauausführenden Firmen sowie des Planungsbüros, Bürgermeister  und Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung  gefeiert. Sportler der Abteilung Kampfsport/Calesthenics der WSG 81 Königs Wusterhausen e.V. werden Übungen auf den Sportgeräten vorführen.

 Wir laden Sie zur Einweihung der Anlage am 16.06.2016 um 15:00 Uhr in die Heinrich-von-Kleist-Straße, Königs Wusterhausen, ein.

 

KW bekennt Farbe

Zum Internationalen Tag gegen Homophobie wird die Regenbogenflagge vor dem Rathaus gehisst

 

Anlässlich des internationalen Tages gegen Homophobie wurde an diesem Mittwoch die farbenfrohe Regenbogenflagge vor dem Rathaus in Königs Wusterhausen gehisst. Am 17. Mai 1990 strich die WHO Homosexualität von der Liste der Diagnoseschlüssel für Krankheiten. Seitdem ist viel passiert. Lesben und Schwule sind anerkannt in der Gesellschaft, ihre Lebenspartnerschaften nahezu gleichgestellt. „Die Flagge ist ein Zeichen für die Toleranz in unserer Stadt“, sagt Nancy Engel, Königs Wusterhausener Stadtverordnete und Initiatorin der Veranstaltung. „Doch es gibt weiterhin viel zu tun auf diesem Weg.“ Schwuler oder Schwuchtel würden beispielsweise noch immer als Schimpfwörter gebraucht.

 

Zukunftslösungen im Flughafenumfeld

Wachstumskern und Landkreis auf den Berliner Energietagen

Auf Empfehlung des Landes nahmen regionale Spitzenvertreter am Workshop „Innovative Mobilitätskonzepte“ der zweitägigen Berliner Energietage teil. Weiter ==>

 

Startschuss für Technologiepark auf dem Funkerberg

Erschließungsarbeiten für den ersten Bauabschnitt laufen

Der erste Bauabschnitt an der nordwestlichen Seite des 12,5 Hektar großen Entwicklungsgeländes des zukünftigen Technologieparks auf dem Funkerberg wird derzeit vorbereitet. Anfang April hat die Untere Forstbehörde die Genehmigung zur Umwandlung des Waldes erteilt. Derzeit werden die Bereiche für die späteren Verkehrs- und Grünflächen gerodet, was voraussichtlich bis 31. Mai 2017 dauern wird. Für die Arbeiten wurde die Firma Tief- und Landschaftsbau Tieba GmbH Lübben beauftragt.Weiter = >

 

Neuigkeiten aus Königs Wusterhausen jetzt auch auf Facebook

 

Die Stadt Königs Wusterhausen ist neuerdings mit einer weiteren offiziellen Seite auf Facebook vertreten. Im Juni 2016 ging bereits die Seite „Flüchtlings- und Asylangelegenheiten Königs Wusterhausen“ an den Start. Nun werden auch Informationen aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung über den Facebook-Kanal verbreitet.

 

Neuer Weg am Nottekanal – Sperrung während der Bauarbeiten

Seit 28.11.2016 lässt die Stadt Königs Wusterhausen den Weg zwischen der Luckenwalder Straße 14-18 und der Holländerbrücke am Nottekanal grundhaft ausbauen.Weiter  =>

 
Königs-Wusterhausener Weihnachtsmarkt vom 09. bis 11.12.2016 auf dem Kirchplatz
Die Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und so wartet bereits jetzt ganz Königs Wusterhausen gespannt auf den Weihnachtsmarkt am zweiten Wochenende im Dezember. Nicht nur der Kirchplatz, sondern auch das Schloss, die Kreuzkirche, das Dahmelandmuseum und die Bahnhofstraße: die gesamte Innenstadt schmückt sich festlich zum Advent und lädt kleine und große Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich von der vorweihnachtlichen Stimmung verzaubern zu lassen. Weiter =>
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